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24.03.2018

Gelobtes Land (Teil 4)


Mbelu schüttelt frustriert den Kopf, aber er lächelt. "Wir sind jung und stark. Wir haben den Löwen erledigt. Wir werden ein paar Jahre bleiben und sparen, was wir können. Denk an den Tag, an dem wir als reiche Männer heimkehren. Unsere Geschwister werden Ärzte geworden sein, oder die neuen Geheimnisse der Landwirtschaft studiert haben, von denen uns der Händler erzählt hat. Melia wird unser Schicksal sein. Du wirst schon sehen."

Der Mond ist untergegangen. Es ist kalt und ein eisiger Wind zeichnet Muster in den Sand. Mr Rahmani ruft uns zusammen, führt uns tiefer in die Schatten der Dünen. Wir sind zwanzig; achtzehn Männer und zwei Frauen.

"Bald geht's los", sagt Mr Rahmani. "Wir warten noch eine Weile, um sicher zu sein, dass alles ruhig bleibt. Denkt daran: wir haben nicht viel Zeit. Wenn ich das Signal gebe, müsst ihr schnell sein. Der Zaun ist das Schwierigste. Den müsst ihr allein überwinden. Wir haben Freunde in Melia, die euch mit einigen Seilen über die Mauer helfen werden."

Die beiden Frauen weinen leise. Sie haben Angst, es nicht zu schaffen.
Ihre Ehemänner schlingen die Arme um sie, flüstern tröstende Worte. Die Stimmung ist gedämpft. Ich schaue in die angespannten Gesichter meiner Begleiter und frage mich, welche Gedanken sie wohl bewegen, an welche Erinnerungen sie sich klammern.

Es war eine harte Reise und wir sind erschöpft. Unsere Nerven liegen blank. Zuerst wurden wir im Bus transportiert. Mbelu und ich nahmen nicht viel mit: ein paar Kleider, Vorräte und ein Bild unserer Eltern. Dann mussten wir vom Bus auf einen offenen Lastwagen umsteigen. Es war heiss und staubig. Manchmal konnten wir kaum atmen. Wir wickelten unsere Hemden um die Köpfe, was ein bisschen half. 

Dann mussten wir den Lastwagen verlassen. Er drehte sofort um, holte weitere Flüchtlinge ab. Obwohl wir bei Nacht gingen und am Tag ruhten verbrauchten wir viel Energie und unsere Bündel wurden schwer. Fünf von uns mussten aufgeben, ein älterer Mann starb. 

Eine Hand fällt auf meine Schulter und ich fahre zusammen. Es ist Mbelu.
(Fortsetzung folgt)