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11.02.2018

Gelobtes Land (Teil 2)



Es wird kühler. Der Mond steht hoch am Himmel. Mr. Rahmani sagt, wir nehmen das letzte Stück in Angriff, sobald er hinter dem Horizont verschwunden ist. Der Mond ist fast voll. In seinem Licht können wir die Mauern erkennen und sogar Teile des Zauns, der zwischen uns und unserem Ziel steht. 

Fünfhundert Meter, nicht mehr. Die Düne hinunter, dann über flaches, sandiges Gelände, den Zaun erklimmen, die Mauer, und wir werden jenen Europäischen Aussenposten in der Sahara erreicht haben: Melia. 

Mbelu und ich haben Pläne gemacht. Wir werden hart arbeiten und gutes Geld verdienen. Wir brauchen nicht viel: eine billige Unterkunft und etwas Essen. Wir werden jeden Cent zusammenkratzen und nach Hause schicken.

"Es wird nicht einfach", habe ich ihm gesagt. "Es gibt viele Geschichten von Männern, die auszogen, und geschlagen heimkehrten."

"Wir sind anders", hat er geantwortet. "Wir sind stark. Solange wir zusammen sind ist nichts unmöglich."

Er hat Recht. Mir fallen all die Streiche ein, die wir als Kinder planten, die Abenteuer, die wir bestanden, als wir zu Männern wurden. Wie die Bananen, die wir beim reichen Ladenbesitzer stibitzten. Ich lenkte ihn ab, Mbelu rannte mit einem ganzen Strunk davon.

Vater war fuchsteufelswild. Er zwang uns, die Bananen zurückzubringen, und uns zu entschuldigen. Einen Monat lang mussten wir als Wiedergutmachung jeden Tag nach der Schule im Laden aushelfen. Keine schlechte Zeit, denn wir waren zusammen und der reiche Ladenbesitzer ist ein guter Mann. Manchmal gab er uns übriggebliebenes Gemüse oder gerade abgelaufene Konserven für unsere Familie mit. 

Wir wurden grösser und unsere Aufgaben änderten sich. 
(Fortsetzung folgt)