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28.01.2018

Gelobtes Land (Teil 1)



Die Nacht ist hereingebrochen, aber in der Senke, wo wir liegen, staut sich immer noch die Hitze. Ich schaue zu meinem Bruder Mbelu herüber. Sein Gesicht ist im Dunkeln kaum zu erkennen. Nur seine Zähne leuchten weiss, als er mich anlächelt. Ich versuche zurückzulächeln. Mbelu war schon immer besser darin, seine Gefühle zu verbergen. Heute Nacht lasten Furcht und Verantwortung schwer auf mir. So viele Menschen hängen von unserem Erfolg ab.

Es ist Ewigkeiten her, seit es das letzte Mal regnete. Unsere Felder sind zu Staub zerfallen, unsere Herden geschrumpft. Die Helfer kommen und gehen. Internationale Hilfswerke bringen uns Essen, Ärzte impfen unsere Kinder und unser Vieh. Aber sie können uns den Regen nicht zurückbringen, oder unsere Würde.

Als die Schlepper auftauchten, mit ihren Geschichten eines Landes voller Überfluss,
fasste mein Vater einen Entschluss.

"Mbelu, Nkosi, meine Söhne", sagte er. "Ihr werdet mit diesen Männern in das Land im Norden reisen. Wir müssen etwas unternehmen oder unsere Familie wird sterben. Oder wir werden in die Stadt ziehen müssen, was aufs selbe rauskommt."

"Aber Vater", antwortete ich. "Die Männer sagen, es kostet fünftausend Dollar pro Person."

"Meine Brüder haben mir Geld gegeben, und ich habe mir vom Ladenbesitzer welches geliehen. Ihr werdet uns jeden Monat eine gewisse Summe für Essen und die Rückzahlung der Schulden schicken. Vielleicht bleibt sogar etwas übrig, um euren Geschwistern eine gute Ausbildung zu ermöglichen."

So zahlte mein Vater zehntausend Dollar, die er nicht hatte, an Fremde, die versprachen, uns nach Europa zu bringen.
(Fortsetzung folgt)