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07.01.2017

Auf die Liebe (Teil 5)



 Lange wollte es bei Rita und Marcel mit dem Nachwuchs nicht klappen. Umso grösser war ihr Glück, als im September 2000 Evelyn zur Welt kam. 48 Zentimeter, 3320 Gramm. Meine kleine Nichte! 

Ich war so stolz, als mich Rita fragte, ob ich ihre Gotte sein wolle. Rita war bei Evelyns Geburt vierzig, die Entbindung schwierig. Es war klar, dass Evelyn ihr einziges Kind bleiben würde. 

Ich war nie der hausbackene Typ. Dank Ritas Fürsorge und sanfter Gewalt kämpfte ich mich durch Gymnasium und Uni, absolvierte ein Praktikum in England. 

Obwohl ich nie eine Musterstudentin gewesen und meine Zensuren entsprechend ausgefallen waren, bewarb ich mich um ein weiteres Praktikum im Beriech Umwelt/Biologie/Geografie/Forstwirtschaft der Universidad de los Andes in Bogota. Ich war überzeugt, dass Leidenschaft die durchschnittlichen Noten wettmachen konnte. Schliesslich war ich fast dreissig – höchste Zeit, sich aufzumachen, die Welt zu retten.
Vater erschrak,
als ich ihm von meinem Vorhaben erzählte. Kolumbien war ein gefährliches Pflaster. Er tröstete sich mit dem Gedanken, dass A) sowieso ein begabterer Wissenschaftler den Platz bekommen würde und B), falls ich doch auserwählt würde, ich mich im tiefsten Dschungel aufhielte und deshalb wohl nicht Gefahr liefe, in einen Drogenkrieg verwickelt zu werden.

Er war nicht der einzige, der über den Brief aus Bogota staunte.

Wie sich herausstellte, dauerte es länger als gedacht, die Welt zu retten. Wir untersuchten Lebensbedingungen und Bedrohungsgrad spezifischer Baumamphibien. Unser Camp befand sich nicht nur am Arsch der Welt, wo sich Raupen und Käfer gute Nacht sagten, sondern auch in einem Funkloch. Das Satellitentelefon funktionierte nur zu gewissen Zeiten auf einer Hügelkuppe drei Stunden Fussmarsch vom Lager entfernt. 

So erfuhr ich erst Wochen später bei einem Ausflug in die Zivilisation von Vaters und Marcels Tod. Eigentlich rief ich Rita an, um ihr mitzuteilen, dass wir die Feldarbeit bald abschliessen würden. Danach könnte ich zwei Wochen ‹Heimaturlaub› antreten, bevor ich für die Auswertung wieder nach Bogota fahren müsse. Am anderen Ende war es nach meinem Wortschwall verdächtig still. Etwas stimmte ganz und gar nicht.
 
Tja, das war der letzte Teil der Leseprobe aus "Auf die Liebe". Weiterlesen könnt Ihr in "Mord in Switzerland Band 2". Dort findet Ihr auch 17 andere Krimis aus der Schweiz von Schweizer AutorInnen.

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