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22.08.2015

Die Frau im Morgenmantel (Teil 2)

Ich wünschte, die Tür ginge auf und Ueli käme zurück ins Bett, zurück zu mir.

Wenn man Tag für Tag mit Verbrechen zu tun hat, ist es kein Wunder, wenn es einem ins Mark geht, das Denken und Handeln bestimmt. Das würde jeden bis in den Schlaf verfolgen. Schliesslich setze ich mich auf und angle das Tagebuch aus der Nachttischschublade. Das Verfassen der Einträge verkürzt mir das Warten.


***
Gabatuler drehte sich zu seinem jungen Kollegen um. "Was haben wir hier, Huber?"

"Die Frau sass schlafend auf dem Sofa, als sie erschossen wurde. Diese Pillen fanden wir neben ihr auf dem Teppich." Er reichte Gabatuler die braune Plastikdose.

Der runzelte die Stirn. "Ein rezeptpflichtiges Beruhigungsmittel? Stellen Sie einen Mann ab, der den Arzt befragt."

"Schon geschehen", antwortete Huber. Dann fuhr er fort: "Den Ehemann haben wir in der Küche gefunden. Das sollten Sie sich ansehen ..."

Huber ging voran. Die Küche war klein, aber blitzblank und ordentlich. Der dunkle Fleck an der Wand hinter dem Küchentisch störte. Die männliche Leiche sass zusammengesackt auf einem Stuhl. Darunter lag eine Pistole; glänzendes Schwarz auf olivgrünem Linoleum.

"Anscheinend hat er seine Frau betäubt, bevor er sie erschoss. Danach blies er sich selber das Hirn heraus."

Gabatuler schoss seinem Kollegen einen bösen Blick. Der entschuldigte sich. Mit einem müden Nicken gab Kommissar Gabatuler Huber zu verstehen, dass es in Ordnung sei. Jeder hatte seine Art, mit dem Grauen umzugehen.

"Erweiterter Selbstmord, also?", fragte Gabatuler.

"Wahrscheinlich", meinte Huber, "aber was halten Sie davon?" Er öffnete den Küchenschrank.
(Fortsetzung folgt)

PS:
Normalerweise übersetze ich die Geschichten einfach in Deutsch oder Englisch. Aber hier versuchte ich zwei leicht unterschiedliche Ansätze. Bin gespannt, was Ihr davon haltet...(Ursprünglich erschienen in "Alois und Auguste - Geschichten über das Vergessen)

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