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16.05.2015

Dame in Schwarz (Teil 1)

Orientalischer Rauchsalon, Schloss Oberhofen am Thunersee

Das hatte er nun davon!

Luca wollte sich noch einmal den türkischen Salon ganz oben im Turm ansehen. Der hatte ihm am besten gefallen; wie Gemächer aus Sindbads Abenteuern.

"Das hättest du dir früher überlegen sollen", sagte der Vater. "Sie schliessen in zwanzig Minuten. Wir sind noch nicht im Türmchen gewesen."

Das Türmchen sah zwar von aussen ganz nett aus – so ins Wasser hinaus gebaut – aber was konnte da schon Interessantes drin stecken? Im Salon gab es Divane, auf denen man thronen konnte wie ein Pascha. Da verzierten Krummsäbel und Dolche die Wände. Messinglampen mit buntem Glas, fast wie die von Aladin, hingen an Ketten von der Decke.

Also hatte sich Luca zurückfallen lassen, als die Familie durch den Sommersaal Richtung Türmchen spazierte,


war zur Treppe gespurtet und Stockwerk um Stockwerk zum höchsten Zimmer des Burgfrieds geklettert.

Keuchend liess er sich auf den erstbesten Divan fallen und schnappte sich das Buch mit Geschichten aus 1001 Nacht. Die Bilder zeigten Prinzessinnen in wogenden Gewändern, Paläste mit schlanken Türmen. Beduinen ritten auf Kamelen durch die Sahara. Auf seinem Divan steckte Luca mitten drin.

Wie schlecht das Licht geworden war! Luca schreckte auf. In zwanzig Minuten würden sie schliessen, hatte der Vater gesagt. Wie lange sass er schon hier? Er horchte. Alles war still. Luca legte das Buch hin, hastete die Treppe hinunter. Weit und breit keine Menschenseele.

Der Vater hatte ihn oft gewarnt, sie würden ihn einmal, wenn er sie unnötig warten
liess, stehen lassen.
(Fortsetzung folgt)

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