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11.04.2015

Unbesungener Held (Teil 2)

"Ich hatte es nicht mal so schlecht im Krieg, weisst du", begann Opa. Dieser Satz, wie immer, die Einleitung zu einer Geschichte über seine Aktivdienstzeit an der französischen Grenze. Die Schweizer standen Wache, plauderten manchmal mit den französischen Bauern, kauften ihren Absinth. Manchmal wechselten sie sogar ein paar Sätze mit den deutschen Soldaten, wenn die auf ihren Runden vorbeikamen.
"Das waren nicht alles Nazis", berichtete Opa. "Wir teilten schon mal ne Zigarette oder erzählten uns Geschichten durch den Zaun. Aber da war einer, ein Korporal und so ein Arschloch. Schnitt sich Haare und Schnurrbart zurecht wie der Führer."

Oma unterbrach ihre Strickarbeit für einige Sekunden, schnalzte ungehalten mit der Zunge über Opas Wortwahl. Dann nahm sie den Faden wieder auf, und Opa in seiner Geschichte auch.
Es war ein frostiger Morgen. Die Deutschen sassen in ihrem Wachthäuschen. Rauch stieg aus dem dünnen Kamin auf. Die blecherne Stimme einer bekannten deutschen Sängerin echote über die Grenze. Opas Freund Hans besuchte ihn auf Wache und brachte einen Laib frisch gebackenen Brots. Damals war es verboten, frisches Brot zu verkaufen. Es kam nicht vor dem zweiten Tag in die Läden, weil man von altem Brot weniger isst.

Opa beschrieb das rot-weiss karierte Küchentuch, worin das Brot gewickelt war, den aufsteigenden Duft, als er das Paket auspackte. Wie alle zwanzigjährigen Burschen war Opa ständig hungrig. Aber er war auch vorsichtig.

"Woher hast du dieses Brot?"
(Fortsetzung folgt)

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