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08.03.2014

Wishfulfilment International AG (Teil 6)

Es hat funktioniert. Oh, ja, und wie! Dein Freudenschrei ist bloss Gestammel und du fühlst, wie ein Speichelfaden aus deinem Mund rinnt. Instinktiv willst du ihn mit deiner Hand
wegzuwischen, aber sie gehorcht dir nicht. Vor Schreck hebst du den Kopf und im Spiegel
gegenüber siehst du sie zum ersten Mal aus der Nähe, die Frau, die du so verzweifelt werden
wolltest.

Du lächelst nicht. Es ist nur die Lähmung, die deinen Mund verdreht, unterstrichen durch eine Narbe, die vom Mundwinkel zum Haaransatz reicht. Du sitzt auch nicht am Klavier oder Sekretär, sondern in einem Rollstuhl.

Einer dieser modernen, ultraflachen Laptops ist an die linke Lehne montiert. Die Finger dieser Hand kannst du gerade so bewegen. Es ist Schwerstarbeit, eine Nachricht einzutippen. Dein Reflex aufzuspringen reicht nur aus,

dich in einem hilflosen Häufchen auf dem Teppich landen zu lassen.
Jemand kommt herein und rennt auf dich zu. Ja, es ist der gutaussehende Manager, der dich endlich in die Arme schliesst. Dein frisch erstandener Ehemann trägt dich liebevoll ins Schlafzimmer.

Als er an den riesigen Fenstern vorbei kommt, erhaschst du einen Blick in deine erbärmliche Wohnung auf der anderen Seite des Kanals. Alle Lichter sind an und eine Frau tanzt durch die Räume in einem Körper der bisher dir gehörte. Ihr echtes Lachen ist herzlich, während du an deinen Tränen fast erstickst.

Woher hättest du wissen sollen, dass du die "involvierte Drittpartei" warst. Wer hätte gedacht, dass jemand mit einer Supermarktkassiererin tauschen will.

"Weine nicht, Schatz", sagt dein Mann. "Wir finden einen anderen Hirntrauma Spezialisten. Ich höre nicht auf zu kämpfen, bis wir dich aus diesem Rollstuhl befreit haben."

Du glaubst ihm nicht. Du hast die Geschäftsbedingungen zwar nicht gelesen, aber du weisst, dass Umtausch oder Rückgabe ausgeschlossen sind.

ENDE

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