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15.12.2013

Wishfulfilment International AG (Teil 2)

"Mist!", durchzuckt es dich. "Das muss dieser Virus sein, von dem sie in der Mittagspause geredet haben."

Du willst schon ausschalten. Besser nichts anfassen, bis sich ein Experte die Sache ansehen kann. Doch dann bemerkst du's: das Wunsch-Icon hat begonnen zu blinken.

"Wähle! Wähle!", schreit es dich an.

Ein Klick bringt dich zur nächsten Seite. Sie ist schwarz, mit Ausnahme eines einzigen Satzes oben links:

HALLO, MARLIES, WAS KANN ICH FÜR DICH TUN?

"Was soll das?", denkst du dir und hämmerst in die Tasten: "wer sind sie? was wollen sie von mir?"

ICH? GAR NICHTS. DU HAST DICH EINGELOGGT.

"na und?"

ICH SCHLAGE VOR, DU WÜNSCHT DIR WAS.

Computer sind nie deine Freunde gewesen. Es erschreckt dich, dass plötzlich einer von sich
aus mit dir redet. Du knallst den Laptop zu und reisst den Stecker aus der Dose. Erst nach
einigen hektischen Atemzügen wirst du ruhiger, lachst dich selber aus.

"Blöde Kuh! Fürchtest dich vor einem Laptop."

Trotzdem schaltest du ihn nicht wieder ein, sondern setzt dich vor den Fernseher. Während
deine Gedanken zum Pärchen und ihrer schicken Wohnung streifen, schenkst du dir Wein aus einem Tetrapack ein. Die Soapopera ist nicht besser geworden. Die Handlung wäscht über dich hinweg, während du die Küche aufräumst. Wenn doch du die Frau dort drüben wärst, du mit deinem gutaussehenden Mann bei Kerzenlicht speisen könntest!

Der nächste Tag zieht sich wie Kaugummi. Weiss er, dass du es kaum erwarten kannst, an deinem Wohnzimmerfenster zu stehen, um einen Blick vom Leben auf der anderen Seite des Kanals zu erhaschen? Endlich ist die Schicht zu Ende und du zwängst dich mit den anderen Pendlern in den Bus. Der Geruch von spätem Schweiss und frühen Bieren zerwühlt dir den Magen. Solltest du für immer dieser Eintönigkeit verfallen sein?

In deiner Wohnung schleuderst du die paar Rechnungen, die deine gesamte Korrespondenz ausmachen, aufs Sofa. Deinen Posten beim Fenster hast du kaum bezogen, als gegenüber ein Jaguar auftaucht und umgehend in der Tiefgarage verschwindet, und du weisst, das muss der Mann der lächelnden Dame sein.
(Fortsetzung folgt)

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