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13.10.2013

Was sonst los war...

Die Organisatorinnen des Ferienpasses Lengnau fragten mich an, ob ich dieses Jahr einen Krimi-Workshop für Kinder leiten würde. Ich fand die Idee toll, war aber nicht sicher, ob die Kinder das auch so sehen würden. Schreiben in den Schulferien?! Besonders skeptisch war ich, als die Anfrage kam, ob ich die Altersgruppe erweitern könne; von 9-12 auf 9-15. Wie mir alle Eltern bestätigen können, träfen da Welten aufeinander. Ich bot an, im Anschluss an den ersten Kurs (8-12) einen zweiten für 12-15-Jährige zu geben, sollten sich mindestens drei anmelden. Die Teilnehmerzahl beschränkte ich in beiden Kursen auf drei bis maximal acht.

Anwärter auf den Nobelpreis in Literatur 2060
 
Wie erwartet, meldete sich bei den Grösseren nur eine Teilnehmerin an. Sie war anscheinend so versessen auf den Kurs, dass ich sagte, wenn sie wolle, dürfe sie bei den "Kleinen" mitmachen. Das tat sie dann auch. Ich fand das mutig von ihr. Immerhin dürfte der eine oder andere beissende Kommentar auf sie zugekommen sein. Trotzdem liess sie sich nicht beirren und meldete sich an. So durfte ich mich also an zwei aufeinanderfolgenden Montagen auf 10 (!) wissbegierige Schüler freuen.
Der Kurs war in "Erfinden" und "Verputzen" unterteilt. Ich war mir sicher, dass die jungen Autoren und Autorinnen am Erfinden Spass haben würden. Nicht so überzeugt war ich, ob der zweite Teil klappen würde.

Ich stellte einige Regeln auf:
1.) Das ist ein WORKshop, will heissen,

ihr werdet hart arbeiten!
2.) Das ist kein Deutschkurs. Es ist mir egal wie viele Fehler ihr beim Schreiben macht, solange ihr schreibt.
3) Die wichtigste Regel: Es gibt kein Richtig oder Falsch.

Diese letzte Regel klappte besser, als erwartet. Denn obwohl einige Texte recht seltsam und verworren herauskamen, trauten sich alle, aus ihrer Arbeit vorzulesen und keiner der Zuhörer lachte.

Wir begannen mit dem Aufbau einer Geschichte. Wo fange ich an, an welchen Stellen baue ich Spannung ein.


Spannungsbogen. Die Geschichte fängt bei schwarz an.
 
Danach dachten wir uns ein Problem bzw. ein Verbrechen aus. Es war ja ein Krimi-Workshop. Wie immer war ich erstaunt über die Bandbreite der Antworten. Von der Ausgeklügelten Story à la "Fünf Freunde" bis zum Slasher B-Movie war alles vertreten (letzeres die Idee eines Mädchens). Es folgten Helden und Bösewichter verschiedenster Couleur und schliesslich die Welten, in denen unsere Geschichten spielten. Am Schluss blieben noch zwanzig Minuten in denen die Teilnehmer / Teilnehmerinnen konzentriert an ihren Geschichten arbeiteten.
Vor dem zweiten Teil hatte ich Bammel. Das glich nun wirklich sehr einer Schulstunde. Würden die Kinder das durchgehen lassen?

Ich begann mit einer in die Länge gezogenen Version eines Abschnitts aus einem meiner Krimis (voller Wiederholungen und gespickt mit Adjektiven und Adverbien) gefolgt von der veröffentlichten Version und fragte, welche besser sei. Die Antwort eines Zehnjährigen (Zitat) "Die Zweite. Sie ist viel dramatischer." erstaunte mich einerseits, bewies aber, dass wir Erwachsenen Kinder nicht unterschätzen dürfen.

Auf jeden Fall stürzten sie sich mit Eifer in die ausgeteilten Übungen. Wie kann ich einen Satz verbessern, spannender machen?

Welche enthaltenen Informationen sind überflüssig? Welche will ich behalten? Welche "langweiligen" Worte kann ich durch bessere ersetzen?

Dann kam das Kreieren von Atmosphäre. Ein Bauernhaus ist einfach ein Bauernhaus. Aber wie verändert es sich im Gewitter, wenn ich ganz allein und durchnässt darauf zugehe? Was höre ich, was fühle ich? Was sehe und rieche ich? Von staubigen Spinnweben und Ratten, über Schutz vor dem Sturm, bis zur Entdeckung vernachlässigter Tiere, und somit wieder einem Krimianfang, war alles dabei.

Am Schluss durfte ich aufatmend feststellen, dass nicht nur ich Spass gehabt hatte. Die Organisatorinnen fragten mich, ob ich bereit wäre, nächstes Jahr etwas Ähnliches zu machen.
Das wäre "cool".

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