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28.09.2013

Was sonst los war...

Dies ist der klägliche Versuch einer unpolitischen Person, über ein politisches Thema zu bloggen.

Am Donnerstag, 19. September 2013, fand in der PROGR Aula in Bern eine Veranstaltung von Suisseculture zum Thema Urheberrecht im Internet statt. Ueli Schmetzer moderierte.
Unter dem Titel "Alles gratis im Internet? – Legal, illegal, scheissegal" diskutierten Vertreter der Künstlerinnen und Künstler mit Politikern. Obwohl der Anlass gratis war, kamen erstaunlich wenige Zuschauer. Meiner Meinung nach ein weiteres Indiz dafür, dass der Schlüssel zur Bekämpfung der Internet-Piraterie darin liegen könnte, die Öffentlichkeit – also die User – vermehrt darauf aufmerksam zu machen, dass Internet-Beiträge eben nicht automatisch gratis sind, nur weil zugänglich sind. Oder in meinen Worten: Wenn ich über einen Markt schlendere, bediene ich mich doch auch nicht links und rechts, nur weil die Waren dort liegen.
Diesen Punkt greift der Fernsehspot auf, der zu Beginn der Veranstaltung ausgestrahlt wurde. Inhalt: "Wenn ich
beim Bäcker ein Gipfeli hole, bezahle ich das. Der Bäcker hat schliesslich dafür gearbeitet. Und wenn ich im Internet ein Musikstück herunterlade, dann bezahle ich das auch. Denn jemand hat dafür gearbeitet."
Ursprünglich war eine einleitende Gesprächsrunde geplant gewesen, gefolgt von halbstündigen Ateliergesprächen und einer Podiumsdiskussion. Wegen des kleinen Publikums wurde auf die Ateliergespräche verzichtet.
Johanna Lier, Präsidentin von Suisse Culture, hielt ein kurzes Referat in dem sie einige Argumente der Gegner des Urheberschutzes im Internet beleuchtete. Ein Punkt aus der Liste: Meinungsfreiheit bzw. Meinungsbeschaffung sei ein Menschenrecht. Dem hielt sie entgegen, dass das Recht auf faire Entlohnung für geleistete Arbeit auch ein Menschenrecht sei.
Lorenz Haas vom Verband Schweizerischer Musiklabels ifpi zählte in seinem Kurzreferat nicht nur einige interessante und (jedenfalls für mich) ernüchternde Fakten auf, er präsentierte auch ein durchgearbeitetes Gerüst für eine mögliche und durchführbare Kampagne gegen Internet-Piraterie. Er hielt unter anderem fest dass 2013 50-70% der Musikdownloads von illegalen Plattformen stammen. (Leider wurden keine Zahlen betreffend Texte genannt, was mich sehr interessiert hätte.) Weiter erklärte Lorenz Haas, dass Internet-Piraterie ein Massenphänomen sei, die Verfolgung jedes einzelnen jedoch ineffizient, ja undurchführbar. Sein Verband schlägt ein Modell vor, das, je nach Fall, auf die folgenden Punkte setzt:
1) Das Warnhinweis-Modell (in Frankreich bereits getestet und zu weit über 90% effektiv)
2) Providerhaftung
3) IP bzw. IDNS Blocking
Einleitend in die danach folgende Diskussion, forderte Ueli Schmetzer alle Mitglieder der Runde auf, ihre Ansichten bzw. Forderungen auf den Tisch zu legen. Danach eröffnete er die Diskussion.
Auf der Künstlerseite sassen Johanna Lier, Schriftstellerin; Raphael Urweider, Dichter und Präsident von AdS (Autoren/Autorinnen der Schweiz); Chris Wicky, Sänger und im Verband Schweizer Musikschaffender; Matthias Bürcher, Filmeditor; Hanspeter Müller Drossaart, Schauspieler und Lorenz Haas von ifpi.
Ihre Gegenüber waren Christa Markwalder (NR), Balthasar Glättli (NR), Beat Flach (NR) und Hans Stöckli (SR).
Während der Diskussion konnte ich mich oft nicht des Eindrucks erwehren, dass die beiden Lager aneinander vorbei redeten (mit der löblichen Ausnahme von Ständerat Hans Stöckli). Er vertrat von Anfang an die Meinung, dass Arbeit – egal welcher Art – Lohn verdient, und bewies so, dass er den Künstlerinnen/Künstlern auch zuhörte. Die anderen drei Politiker schienen die Diskussion auf die Leermittelabgabe reduzieren zu wollen. Ein wahnsinnig konstruktives Gespräch kam, meiner Meinung nach, nicht zu Stande. Vor allem verärgerte mich eine Aussage von Nationalrätin Christa Markwalder, die durch die Blume verlauten liess: Wenn ihr bezahlt werden wollt, dann wählt eben einen lukrativen Beruf.
Abgesehen vom einleitenden Fernsehspot und den beiden Kurzreferaten, hat mir der Abend nicht viele neue Erkenntnisse gebracht. Trotzdem hätte ich mir mehr Publikumsinteresse gewünscht. Und wie gesagt, für mich liegt der Schlüssel zum Problem darin, den Nutzern klar zu machen, dass nicht alles im Internet gratis ist, und dass sich jeder ganz leicht strafbar machen kann. Ich würde das von Lorenz Haas vorgestellte Dreistufenprogramm unterstützen.

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