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13.02.2013

Warnschilder (Teil 5)

"Können Sie mir sagen, wie es…?", fragte ich und deutete mit dem Kinn auf das Geröll im Modell.
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"Es hatte fast einen Monat lang geregnet. Genau wie letzthin." Er lächelte flüchtig.

"Heute wissen wir, dass diese Berge aus mehreren Felsschichten bestehen. Eine ist extrem porös und mit Sand durchmischt. Sie verwandelte sich buchstäblich in Schlamm und begann, bergab zu fliessen, die felsigeren Schichten mit sich reissend.

Fünfzig Millionen Tonnen Geröll. Goldau wurde ausgelöscht und mit ihm drei Weiler. Als der Felsrutsch den See erreichte, verursachte er eine zwanzig Meter hohe Flutwelle. Sie hatten keine Chance. Es gab nur wenige Überlebende."

"Wie furchtbar."

Er führte mich zu einem Schaukasten; nicht mehr als ein glasgeschützter Bilder-rahmen, der ein dünnes Kissen schützte. Auf den weissen Stoff gebettet lagen einige Münzen, ein Kamm, eine Schnupfdose und ein goldener Haar-Zopf.

"Auf diesem Stück basiert das Museum. Noch heute finden wir Sachen der Opfer. Sie wurden schon immer geehrt. Schliesslich gibt es nicht viele Orte, an denen die Toten und die Lebenden so nahe beisammen sind", erklärte er.

"Sie meinen, sie wurden nicht geborgen? Sie liegen noch immer dort?", fragte ich.


"Es war das 19. Jahrhundert. Es fehlten schlicht die Mittel, zu versuchen, alle Leichen zu finden. Die Überlebenden hatten genug damit zu tun, sich selber am Leben zu halten."

"Verstehe."

Auf den Schaukasten deutend fuhr er fort: "Der Zopf gehörte einem kleinen Mädchen, das von den Felsen zermalmt wurde."

Mir schien, ich erkenne die Haarfarbe. Meine Augen füllten sich erneut mit Tränen. Der Mann legte tröstend seinen Arm um mich.

Da verstand ich. "Sie haben sie auch gesehen?"

"Ja. Ich war ein Teenager und wir gingen in die Pilze, wie wir hier sagen. Vater und ich. Es war ein nasser Sommer gewesen, der unzählige Steinpilze und Pfifferlinge hervorbrachte. Wir Einheimischen wissen, wie gefährlich der Grund sein kann, aber Vater und ich vergassen uns. So gute Pilzjahre sind selten und vor allem die Steinpilze eine Delikatesse. Jedenfalls – Susi rettete uns."

"Dann kennen Sie ihren Namen?"

"Wir kennen alle Namen der Opfer aus dem sogenannten 'Schuttbuch'. Auch ihr Alter, den Beruf und vieles mehr. Doch soweit wir wissen, achtet Susi als Einzige auf unvorsichtige Wanderer."

Ich streichelte mit der Hand über das Glas des Kastens. "Ihre Alten haben recht. Sie ist besser als jedes Warnschild."

Interesse geweckt? Hier ist der Link zum Bergsturz Museum in Arth Goldau. Die Gegend ist ein tolles Wandergebiet und der Tierpark berühmt.

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