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27.01.2013

Warnschilder (Teil 3)

"Dort!", schrie Mike, dass ich hochfuhr.

Er deutete auf einen Felsblock am Rand des Abhangs, etwa zwanzig Meter vor uns. Man konnte die zarten weissen Blüten und flechten-grünen Blätter gerade so ausmachen.

Als Mike der Pflanze entgegeneilte, liess mich eine weitere Lachsalve herumfahren. Nur ein paar Meter weiter balancierte ein Mädchen gefährlich auf einem Felsen. Sie war etwa acht Jahre alt, trug ein Kleid aus Stoff, der rau und kratzig aussah und so nass war, dass er an ihrem Körper klebte. Und, Mensch, war die dreckig! Ihre goldenen Zöpfe, ihr Gesicht, das Kleid, alles stand vor Schlamm.

"Vorsicht, Kleine, du wirst fallen!", rief ich und lief ihr entgegen.

"Hey! Wo willst du denn hin?", schrie mir Mike nach.
"Komm sofort zurück!"

"Sie wird sich verletzen."

"Na und? Sie wird eine Einheimische sein. Sie weiss, was sie tut."

"Sie ist ausserdem eine Zeugin."

Das überzeugte Mike genug, um näher zu kommen, und durch seinen Mundwinkel zu flüstern: "Machen wir, dass wir sie von diesem Felsen runter und auf den Heimweg bekommen, damit wir hier fertig werden."

"Los, Schätzchen. Komm herunter", lockte ich sie.

"Sieht nicht aus, als ob sie dich verstünde", hörte ich Mike brummeln.

Langsam gingen wir näher, bis das Mädchen plötzlich wie ein Wiesel von ihrem hohen Posten herunter glitt und auf den nächsten massiven Felsklotz hüpfte. Mike seufzte übertrieben, schoss mir einen genervten Blick. Trotzdem folgte er mir, dem Kind hinterher. Sie stand auf ihrem wackeligen Aussichtspunkt wie die Herrin des Schlosses. Ihr leicht geneigter Kopf, ihr zerzaustes Äusseres erinnerten mich an einen Vogel. Aber ihr ununterbrochenes Lachen und ihre trotz des Drecks sprühenden Augen passten nicht.

Jetzt waren wir ganz nah. Mike reckte sich, versuchte einen ihren Fussknöchel zu fassen und dann – verschwand sie.
(Fortsetzung folgt)

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