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02.01.2013

Warnschilder (Teil 1)

Es sah furchtbar aus. Der Waldboden war mit Steinblöcken übersät, manche so gross wie Autos, andere Haushoch. Wäldchen wuchsen auf ihnen. Die Tannen sandten ihre Wurzeln über die Ränder in den Boden, dass es aussah, als packe ein Riesenoktopus seine steinige Beute. Durch die Bäume konnten wir den glänzend weissen Felsen sehen, wo der Berghang weggerutscht war.

"Mir ist kalt", maulte ich. "Lass uns zum Hotel zurückgehen."

"Du weisst, es ist unsere letzte Chance." Mike hielt kurz an, holte Luft.

Es waren nicht nur Kälte und Regen, die durch meine Jacke zu sickern begannen. Seit wir unsere Wanderung begonnen hatten, verfolgte mich ein unheimliches Gefühl. Wir sollten nicht hier sein. Nicht heute, nicht in diesem Wetter.

"Lass uns aufgeben. Wir werden sie in diesem Regen nicht finden."

Mike lachte trocken. "Es ist ne Blume, verdammt nochmal. Die holen sie nicht bei schlechtem Wetter rein."

Wir waren in die Schweiz gekommen, weil ein Freund von Mike, ein Botaniker, ihm von den seltenen Orchideen erzählt hatte, die um den alten Felssturz in der Nähe des...
... Dorfes Goldau wuchsen. Eine bestimmte Art fehlte Mike noch in seiner Sammlung. Die Gegend war Naturschutzgebiet und die Orchideen standen auf der Liste bedrohter Arten. Sogar aus Japan kamen Wissenschaftler, um die hiesige Flora zu studieren. Wie wir durchstreiften sie das Terrain. Ganz abgesehen von den wandernden Familien und Schulklassen auf Klassenfahrt. Jeden Moment konnten wir auf Leute stossen. Für Mike war die Möglichkeit geschnappt zu werden das Salz in der Suppe.

"Wieso kannst du nicht Fotos machen, wie jeder anständige Sammler?", fragte ich, meine Kapuze zurückschiebend, um besser sehen zu können. "Wenn sie uns schnappen…"

"Dann müssen wir eben aufpassen", schnauzte Mike zurück. "Wir haben das hundert Mal besprochen. Ich habe mein Hobby, du das deine."

Ich machte Macramé, was man kaum mit dem Bereisen fremder Länder, zum Stehlen der rarsten Pflanzen vergleichen konnte. Andererseits hatte er mich nie mit Waffengewalt gezwungen mitzugehen. Auch ich liebte die Spannung, das Wunder des Entdeckens und die atemberaubenden Landschaften. Normalerweise schmälerte nicht einmal lausiges Wetter die Jagdfreude.

Auf dieser Reise jedoch, waren die Götter nicht mit uns.
(Fortsetzung folgt)

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