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30.10.2012

Paranoia (Teil 4)


So. Geschafft. Richard hatte recht mit seinen Angst-Überwindungs-Theorien. Es war gar nicht schwierig und ich bin gleichzeitig stolz und beschämt. Nur ein Wohnzimmer – wie zu erwarten war. Es ist vielleicht etwas stickig. Normalerweise lüfte ich die Wohnung als erstes jeden Morgen.
Ich drehe mich um und beäuge alles. Da sehe ich es! Es liegt vor dem Kamin, locker bedeckt mit der Decke aus dem Kofferraum. Mit einem Schlag ist die Übelkeit zurück. Ich renne in die Küche und übergebe mich in den Ausguss, obwohl das ja nicht geht. Es war nur ein Reflex.
Ich weiss nicht, wie viel Zeit vergangen ist. Alles ist immer noch verschwommen wie an dem Morgen als ich in diesem – wie soll ich es nennen? – "Zustand" erwachte.
Leute sind gekommen und gegangen: Zuerst die schreiende Nachbarin, dann die Polizei…Jetzt, wo es zu spät ist, machen sie ein Höllen Aufsehen um das, was einmal ich war. Es ist
mir egal.


Meistens bleibe ich in der Küche und sehe zu, wie die Sonne Muster auf die Fliesen wirft. Staub sammelt sich überall, die Scheiben sind Schmutz bedeckt. Na ja, sie zu putzen ist nicht mehr mein Problem.

Ich bin einsam. Ich spreche zu niemandem; sie wären zu geschockt. Und ich gehe nicht aus. Ich frage mich, was aus Richard geworden ist? Ich habe ihn seit dem Tag, als er aus dem Haus geflüchtet ist, nicht mehr gesehen. Einer der Männer, die hierher kamen, sagte, sie hätten ihn gefunden. Mehr weiss ich nicht.

Mir vorzustellen, was er in der Küche gesehen haben muss, lässt mich auflachen. Dann verwandelt sich das Gekicher meist in Schluchzen. Letzthin weine ich oft über ihn. Vielleicht bin ich doch wahnsinnig geworden. Kein Wunder, nach so einem Schlag.

Ich bin immer dabei, wenn der Besitzer zukünftige Mieter herumführt. Sie sehen mich nicht, sind nicht aufmerksam genug.

"Das ist die Küche", sagt der Vermieter. "Das Badezimmer, dort haben wir das Schlafzimmer…"

"Charmant", sagen sie meistens, "aber die Miete ist etwas hoch." Oder: "Ich mag die niedrige Balkendecke im Wohnzimmer nicht."

Nur eine Frau gab den wahren Grund an: "Es ist unheimlich hier. Als ob etwas furchtbares geschehen sei."

Der Vermieter zuckt nur die Schultern, lächelt und führt sie wieder hinaus.

Was für ein unschuldiges Lächeln! Ich bin enttäuscht, dass er nichts sagt. Alle möglichen Dinge können in Wohnungen wie dieser hier geschehen. Er sollte das wissen. Und ich verstehe die Leute nicht. Sie müssen keine Angst vor mir haben; vor allem nicht die Frauen. Ich würde auf sie aufpassen, über sie wachen.

Ihre Köpfe würden nicht mit einer Fussballtrophäe zu Brei geschlagen werden.
HAPPY HALLOWE'EN!
(Bilder aus Clip Art Gallery)

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