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24.10.2012

Paranoia (Teil 3)


"Richard!", stottere ich. "Ich kann das erklären."

Er sieht mir nicht einmal in die Augen. Sein Blick hängt an der Trophäe, er wird bleich, beginnt zu zittern. Kein gutes Zeichen. Gleich wird er auf mich los gehen. Ich hebe den linken Arm, um meinen Kopf vor den Schlägen zu schützen, während ich ihm die Rechte mit der Trophäe entgegenstrecke. Aber anstatt mich zu schlagen, dreht er sich um und geht.

"Richard!", rufe ich hinter ihm her. "Verlass mich nicht! Vorhin war jemand in der Wohnung. Ich brauche dich!"

Ich laufe ihm nach und rufe zwei Mal seinen Namen die Treppe hinunter. Die einzige Antwort ist die zuschlagende Tür. Meine Knie tragen mich nicht mehr. Ich sinke auf die Gangfliesen und beginne zu flennen.

Die Tür nebenan öffnet sich.

Eine ältere Dame streckt ihren Kopf heraus und starrt mich an. Sie zuckt die Schultern und zieht sich kopfschüttelnd zurück. Nachbarn sind nicht mehr, was sie mal waren. Ich hätte einen tröstenden Arm um die Schultern, einen Tee und einen Schwatz vertragen.

Vielleicht ist es meine Schuld. Ich habe mich noch nicht dazu durchgerungen, mich den anderen Leuten im Haus vorzustellen. Die Tränen abwischend stehe ich auf und gehe wieder hinein.

Mein Blick fällt auf die Küchenuhr. Halb zwölf und ich habe mich noch nicht einmal geschminkt, schon gar nicht zu Mittag gekocht. Und warum bin ich nicht bei der Arbeit? Mein Chef wird mich feuern.

Ich trage immer noch meine alte Jeans und den Pulli, den ich normalerweise zum Putzen anziehe. Da sind einige schlimme, dunkle Flecken auf der Vorderseite. Keine Ahnung, woher die stammen. Das muss gestern passiert sein. Wenn ich mich bloss erinnern könnte. Hat das was mit der Fussballtrophäe zu tun? Was ist vor dem Kamin passiert?

Es nützt nichts, mir das Gehirn zu zermartern. Ich muss es wissen und habe folglich keine Wahl als in dieses verhasste Zimmer zu gehen. Dann könnte ich doch gleich dieses andere Ding suchen. Was war's doch gleich?

"Nichts, blöde Kuh! Da gibt es sonst nichts, wonach du suchen musst. Reiss dich zusammen!"

OK, ich mach's. Vergiss die weichen Knie, vergiss den kalten Schweiss, der dir die Wirbelsäule hinunter rinnt. Und warum sollte ich einen trockenen Mund haben? Es ist nur ein Wohnzimmer, sonst nichts. Richard hat recht, ich bin kindisch. Ich nehme tief Luft und werfe mich durch die Tür.
(Fortsetzung folgt)
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