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12.11.2011

Flucht (Teil 2)

Diese Folge widme ich meinen regelmässigen Lesern aus Deutschland. Danke fürs Vorbeischauen.

Der Supermarktparkplatz eignete sich fantastisch zum Üben. Leider war er in letzter Zeit zum
Spielplatz einer Bande geworden. Sie zerkratzten die wenigen Autos, die abends noch dort
standen, und beschädigten die Getränkeautomaten. Ich hatte gesehen, wie sie andere zwangen
oder dazu verführten mitzumachen. Aber diese Art, Aggressionen abzubauen, war nicht mein
Stil. Also hielt ich mich fern. Ich war lieber allein, als mit solchen Typen zusammen. Der
Trouble zu Hause reichte mir.




Die Strasse von unserem Haus zum Parkplatz war ruhig. Nur wenige Autos und eine sanfte
Neigung - perfekt für meine Zwecke.

Während ich meine Turnschuhe anzog, flogen die Salven im Esszimmer weiter. Plötzlich
hörte ich Mutter schreien: "Das ist mir egal. Es hängt mir zum Hals raus! Ich will die
Scheidung."

Ein Moment lang war Ruhe. Ich hielt meinen Atem an. Das konnte nicht wahr sein. Ich hatte
mich verhört, gar kein Zweifel. Jeden Moment würde Vater auflachen, danach aufstehen,
Mutter umarmen und alles wäre vorbei, als wäre es ein böser Traum gewesen.

Die Stille hielt an.

Das war der längste und furchteinflössendste Waffenstillstand, den es je gegeben hatte.

Schliesslich hörte ich Vater seufzen: "Vielleicht wäre es das Beste."

Nein! Sie konnten doch nicht einfach so aufgeben. Was war mit Jan und mir? Sie hatten uns
nicht einmal gefragt. Ohne wirklich zu wissen, was ich tat, rannte ich auf die Strasse hinaus.
Ich musste nachdenken. Ich musste atmen.

Ich überliess die Beschleunigung der Schwerkraft und, langsam dahinrollend, wusste
plötzlich, dass ich mit einem Freund reden musste. Jemandem, der das selbe erlebt hatte.
Kevin kam mir in den Sinn. Wir hatten in Schule zusammengeklebt wie Kaugummi an einer
Tafel. Fast wie Blutsbrüder. Nach der Scheidung seiner Eltern, war er gezwungen gewesen,
mit seiner Mutter nach Schaffhausen zu ziehen. Wir hatten geschworen, regelmässig auf
Facebook zusammenzukommen, aber ihr wisst, wie das läuft. Trotzdem war ich sicher, dass
er mir helfen würde. Aber wie sollte ich nach Schaffhausen gelangen?
(Fortsetzung folgt)

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